Sonntag, 8. Februar 2026

Wie baut man Schulden ab?

 

Schulden abbauen mit sparen 


vgIn den letzten Artikeln wurden Einnahmen und Ausgaben betrachtet und es gab Tipps, wie man beides noch optimieren kann. Nun widmen wir uns eventuellen Schulden. Denn bevor man ein Vermögen aufbauen kann, sollten Schulden abgebaut werden. Doch wie auch bei den Sparzielen, gibt es bei den Schulden verschiedene Prioritäten. Wer öfter mal in den Dispositionskredit (oft nur als Dispo bezeichnet) rutscht, sollte zuerst seine Ausgaben und Einnahmen unter die Lupe nehmen und dort Änderungen vornehmen. Schulden im Dispo sollten kurzfristige Schulden, also mal ein paar Tage damit überbrücken, sein und somit oberste Priorität haben. Danach folgen Konsumkredite und wenn diese komplett bedient sind, kümmern wir uns um die laufenden Kredite für Autos und Immobilien.

In diesem Artikel gehen wir nun davon aus, dass wir eine entsprechende Balance zwischen Einkommen und Ausgaben gefunden haben, so dass wir ein monatliches Plus verzeichnen können. Siehe auch die Artikel:

Kassensturz

Ausgabenreduzieren

Einkommen erhöhen

Bevor wir also an Investionen gehen, werden vorhandene Schulden ins Visier genommen. Als erstes kümmern wir uns um einen eventuell vorhandenen Dispositionskredit. Denn gerade diese Art von Kredit hat die höchsten Zinsen und ist dazu ausgelegt, dass man ihn nur kurzzeitig nutzt. Zum Beispiel wenn der Stromanbieter die Nachzahlung abbucht, aber der Lohn erst einige Tage später überwiesen wird. Es ist also ratsam das Konto so schnell wie möglich wieder in die positiven Bereiche zu bringen, da es sehr viel Geld spart. Als Beispiel über 500 Euro für 10 Tage bei 10.5% Zinsen, macht das allein schon 1,46 € aus. Passiert das mehrmals im Jahr, dann kommt da schon einiges an Zinsen zusammen, die man sich eigentlich sparen kann.

Rutscht man häufiger in den Dispo, sollte das oberste Ziel sein, dass man immer genügend Geld auf dem Girokonto zur Verfügung hat.


Die mittelfristigen Verträge, welche meist Konsumkredite genannt werden, kann man vorerst so laufen lassen. Aber man sollte sich mit den Vertragsunterlagen befassen. Wichtigste Frage dabei ist, ob man den Kredit während der Laufzeit einfach kündigen kann, um die Restschulden auf einmal zu bezahlen. Ist das einfach ohne weitere Gebühren möglich, so sollte neben der monatlichen Rate, welche normal vom Girokonto abgezogen wird, separat Geld für eine vorzeitige Kündigung angespart werden. Sollte die Bank für eine frühere Kündigung natürlich zusätzlich Geld verlangen, dann lässt man den Kredit einfach weiter laufen.


Bei Immobilienkrediten wird es schon komplizierter. Diese darf man nur kündigen, wenn die komplette Auszahlung der Gesamtkreditsumme länger als 10 Jahre her ist. Ab dann hat man auch hier ein normales Kündigungsrecht. Nutzt man dies, so schlagen die Banken mit einer Vorfälligkeitsentschädigung zu. Diese hängt von verschiedenen Faktoren ab und sollte immer individuell berechnet werden. Die Faktoren beziehen sich hauptsächlich auf den Zinssatz und wie lange die Zinsbindungsfrist noch gilt. Je länger der Zeitraum, desto höher wird der Betrag, den die Bank als Entschädigung verlangt.

Als Beispiel habe ich mit einer Restschuld zum 31.12.2025 über 50.000 €, Zinsen von 4,2% gerechnet. Bei einer Restlaufzeit von 3 Jahren bis Ende der Zinsbindungsfrist schlägt die Bank mit 954,87 € zu und bei den selben Werten und einer Restlaufzeit von 6 Jahren will die Bank schon 1435,93 € als Entschädigung. Nachrechnen kann man das auf dieserSeite.

Allerdings ist es ratsam hier vorerst keine schlafenden Hunde zu wecken. Denn wenn man den Kredit am Ende einer Sollzinsbindung ablöst, fallen diese Entschädigungen nicht an, da ja dann aktuell kein Vertrag mehr besteht.

Auch hier ist es sinnvoll einfach Geld anzusparen bis die Sollzinsbindung endet. Je nach offenen Schulden und was in der Sparzeit an Geld zusammen gekommen ist, löst man den Kredit entweder vollständig ab oder tilgt zumindest einen Teil der Kreditsumme um die weiteren Raten kleiner gestalten zu können. Wer aktuell vor einer neuen Sollzinsbindung steht, sollte mit der Bank verhandeln, dass man auch während der Laufzeit Sondertilgungen einzahlen kann. Meist wird das im Vertrag dann so gestaltet, dass man einmal im Jahr zu einem festen Termin ein vielfaches der monatlichen Rate als Sondertilgung einzahlen kann. Damit verkürzt sich meist die Gesamtlaufzeit der Zinsbindung. Hat man diese Option vertraglich geregelt, so kann die Bank für diese Sondertilgungen auch keine Entschädigungen beanspruchen.

Wer also laufende Verträge nur mit einer hohen Entschädigung für die Bank auflösen kann, der sollte lieber Geld ansparen, um zu Ende von Zinsbindungen Sondertilgungen zu leisten oder im Optimalfall den Kredit komplett abzulösen. Auch wenn aktuell die Zinsen scheinbar wieder fallen werden, lohnt es sich trotzdem Geld anzusparen. Muss dann eine neue Zinsbindung vereinbart werden, ist es auch sinnvoll vorher von anderen Banken Angebote einzuholen und mit der eigenen Bank zu verhandeln. Denn wer über Jahre ohne Probleme seine Kreditrate gezahlt hat, kann das als Argument nutzen, um doch die zukünftigen Zinsen etwas nach unten korrigieren zu lassen.

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