Hier muss man zwischen Arbeitnehmern und Selbstständigen/Freiberuflern
unterscheiden. Es gibt aber für beide Gruppen verschiedene
Möglichkeiten um das monatliche Einkommen dauerhaft zu erhöhen. Bei
den Arbeitnehmern geht es in den meisten Fällen um ein real höheres
Einkommen, wo man als Selbstständiger eher versuchen sollte die
Kosten zu senken, um einen höheren Gewinn zu erzielen. Für beide
Fälle soll der folgende Bericht Beispiele und Möglichkeiten
aufzeigen.
Für Arbeitnehmer
Fangen
wir bei den Arbeitnehmern an. Zuerst ist sicherlich ein Gang in die
Chefetage notwendig. Je nach wirtschaftlicher Lage des Unternehmens
wird es eventuell längere Verhandlungen benötigen, um eine
Lohnerhöhung zu erreichen. Daher ist eine gute Vorbereitung zu
diesem Gespräch wichtig. Zu dieser Vorbereitung gehören auch
Recherchen, was in anderen Betrieben in der Region für die selbe
Tätigkeit bezahlt wird. Die Seite Gehalt.de zeigt da gute Zahlen.
Die Ergebnisse zeigen die untersten, wie auch die obersten Löhne und
Gehälter für den Beruf an. Diese Werte mit dem eigenen Lohn
vergleichen. Liegt man schon im obersten Bereich, kann man sich
schlecht auf diese Vergleichswerte beziehen. Liegt man im unteren
Bereich oder im unteren Durchschnitt, ist das eine gute
Verhandlungsbasis.
Auch
die geleistete Arbeit und eventuell langjährige
Betriebszugehörigkeit sollte man bei dem Gespräch nicht vergessen.
Vor allem, wenn man nicht so genau auf die Uhr schaut was den
Feierabend angeht. Die angefangene Aufgabe wird noch erledigt, egal
ob man deswegen länger arbeitet, ist ein wichtiges Argument. Zudem
sollte man auch erklären, warum man eine Lohnerhöhung anstrebt.
Dass es aktuell wohl meist die Lebenshaltungskosten sind, die das
monatliche Budget immer mehr belasten, dürfte auch der Chefetage
bewusst sein. Das Gespräch sollte nur nicht wie ein Bettelantrag
ablaufen. Also die positiven Aspekte, wie freiwillige Mehrarbeit,
immer an erster Stelle anbringen.
Ist
eine Lohnerhöhung aus betriebswirtschaftlichen Gründen aktuell
nicht möglich, dann sollte man sich nicht scheuen nach steuerfreien
Zuschüssen zu fragen. Der Arbeitgeber kann bis maximal 50 Euro im
Monat Gutscheine und auch Geldkarten für Waren und Dienstleistungen
pro Mitarbeiter ausgeben. Diese Gutscheine sind für die Arbeitnehmer
steuer- und sozialversicherungsfrei. So wird ein Tankgutschein über
50 Euro jeden Monat, zwar das Einkommen nicht erhöhen, aber die
Kosten senken. Zudem zahlen manche Betriebe mittlerweile eine
Gesundheitsprämie. Es ist ein Bonus für die Mitarbeiter, welche im
Abrechnungsmonat nicht krank waren. Das sind zwar alles nur kleine
Beträge, aber wenn man es zusammen rechnet, kann da auch eine nette
Summe im Monat als Zuschuss kommen.
Um
den realen Nettolohn zu erhöhen, lohnt sich vor allem für
Verheiratete der Gang zum Finanzamt. Sind die Einkommen sehr
unterschiedlich, sollte man von der allgemeinen Lohnsteuerklasse
IV/IV zu III/V wechseln. Dabei bekommt der Ehepartner mit dem
wesentlich höheren Einkommen die Steuerklasse III. Damit erhöht
sich das reale Nettoeinkommen, aber es könnte dann bei der
Einkommenssteuererklärung eine Nachzahlung kommen. Es ist dann also
zweckmäßig, wenn man einen Teil des Mehreinkommens auf einem
Tagesgeldkonto anspart, um die eventuelle Nachzahlung der Lohnsteuer
anzusparen.
Eine
weitere Möglichkeit ist die Lohnsteuer-Ermäßigung, welche man beim
Finanzamt beantragen kann. Wer in den letzten Jahren über die
Einkommenssteuererklärung immer Geld zurück erhalten hat, kann per
Antrag diese Minderung seiner Lohnsteuer auf das Einkommen bekommen.
Damit wird durch den Arbeitgeber weniger Lohnsteuer an das Finanzamt
abgeführt, was wieder einen erhöhten Nettoverdienst nach sich
zieht. Wichtig hierbei ist, dass einem bewusst ist, dass man dann bei
der Einkommensteuererklärung weniger Rückzahlung erhält, da ja
über das Kalenderjahr weniger Lohnsteuer gezahlt wurde. Aber man hat
dieses Geld monatlich mehr zur Verfügung und nicht als Einmalzahlung
im Jahr.
Für Selbstständige und Freiberufler
Wer
Selbstständig oder Freiberufler ist, kann natürlich versuchen sein
Einkommen zu erhöhen. Das ist aber nicht immer so einfach. Wenn die
Auftragsbücher voll sind, kann man kaum noch mehr Aufträge
annehmen. Daher sollte sich hier auf die Reduzierung der Kosten
konzentriert werden. Das geht zum einen über neue Verhandlungen mit
Lieferanten. Bei mir zum Beispiel gibt es da keinen Spielraum.
Entweder akzeptiere ich deren Preise oder ich wechsel den
Lieferanten. Genau diesen Punkt habe ich vor einiger Zeit vollzogen.
Ich habe zwar nun von einen Lieferanten auf drei gewechselt, aber
habe damit auch geringere Einkaufskosten. Zumal die Splittung auch
geringere Mindetbestellmengen mit sich gebracht hat. So dass ich
insgesamt flexibler planen kann.
Aber
wie bei vielen anderen Unternehmen auch, musste ich trotz allem auch
Preisanpassungen machen.
Auch
hier sollte man bedenken, dass eine Erhöhung des Gewinns, eine
Lohnsteuernachzahlung mit sich bringen kann. Es empfiehlt sich daher
auch für Unternehmer, dass sie einen Teil des Gewinnes ansparen, um
die Forderungen des Finanzamtes bezahlen zu können.
Nun
werden sich einige Leser fragen, warum ich für Unternehmer nicht die
Investitionen ins Feld führe, die ja bekanntliche die Steuerlast
senken. Ganz einfach. Ich kann als Unternehmer nur das Geld ausgeben,
welches ich auch vorher verdient habe. Dauerhaft ein steuerliches
Minus zu erarbeiten wird das Finanzamt nicht lange mitmachen. Das
kann man sich mal leisten, wenn wirklich eine große Investition
nötig war. Aber eben nicht über mehrere Abrechnungszeiträume.
Zumal auch keine Investitionen möglich sind, wenn man vorher nichts
oder zu wenig verdient hat. Die Unternehmer, die kurz vor Jahresende
noch ein Auto kaufen, um die Steuerlast zu senken, wissen, dass sie
vorher sehr viel Gewinn gemacht haben. Doch das hat alles nicht mit
Gewinnerhöhung zu tun, um die Altersvorsorge besser aufzubauen zu
können.
Allerdings
kann ich als Einzelunternehmer auch gezielt bei den monatlichen
Fixkosten versuchen anzupassen. Bei Grundsteuer, Müll und
Straßenreinigungsgebühren habe ich keinen Spielraum. Bei Wasser und
Abwasser auch nicht, außer dass ich versuchen kann den Verbrauch zu
senken. Bei Heizkosten und Stromversorgung kann ich über
Anbieterwechsel noch Kosten senken. Und je nach genutzter Beleuchtung
über einen Ausstausch der Leuchtmittel den Verbrauch und damit die
Kosten senken. Da ich meine alten Leuchtstoffröhren über zwei Jahre
ausgetauscht habe, hat das insgesamt eine Senkung der Stromkosten
gebracht.
Und
was viele Einzelunternehmer mit externer Betriebsstätte
vernachlässigen sind Rücklagen für den Betrieb. Bei einem Büro zu
Hause mag das nicht so wichtig sein. Ich selbst habe eine
Gewerbeimmobilie und neben den laufenden Kosten gibt es da auch ein
Rücklagenkonto, was vom Gewinn monatlich bedient wird. Sollte eine
größere Investition ins Haus stehen, muss ich nicht unbedingt eine
Finanzierung beantragen.