Mittwoch, 11. Oktober 2017

Herbstzeit ist Pflanzzeit für Stauden

Pfingstrose, Bildrechte: Sabine Wolfram, Plauen
Das Gartenjahr neigt sich dem Ende, doch noch kann man Vieles im Garten neu pflanzen oder umsetzen.

Damit es auch im nächsten Jahr reichlich Blüten im Garten gibt, sollten jetzt noch die Stauden gepflanzt werden. Waren bei den vorhanden Pflanzen in diesem Jahr die Blüten eher spärlich, dann ist es Zeit die Stauden zu teilen. Was der Kleingärtner nicht selbst braucht, kann auch an Freunde und Gartennachbarn verschenkt werden.

Der neue Standort

Die Vorbereitungen sind recht einfach. Zuerst muss ein neuer Standort gesucht werden. Zwar wird immer wieder bei vielen Stauden auf sonnige Plätze im Garten verwiesen. Aber auch im Halbschatten kann man sie pflegen. Die Blüte setzt dabei nur zwei bis drei Wochen später ein. Was für die meisten Kleingärtner kein Problem darstellt.
Die Pflanzstelle wird gut aufgelockert. Eventuell auch noch frische Komposterde unter die vorhandene Erde mischen. Das ist aber nur erforderlich, wenn an dieser Stelle vorher andere Pflanzen standen. Das Pflanzloch braucht man erst ausheben, wenn man weiß wie viel Platz man wirklich benötigt.
Schwertlilie (Iris), Bildrechte: Sabine Wolfram, Plauen

Vorhandene Stauden verjüngen

Nach einigen Jahren am selben Standort sollten Stauden verjüngt werden. Spätestens wenn ich bei den Pflanzen weniger Blüten gezeigt haben, ist es Zeit zu handeln. Auch wenn die Büsche, wie zum Beispiel bei der Pfingstrose einfach zu groß werden, sollte man die Pflanze teilen und damit verjüngen. Das geht recht einfach, da man nur die vorhandene Staude ausgräbt. Man sollte sich dabei nicht von dem oberen Grün täuschen lassen. Die Wurzeln können sich schon um die Pflanze ausgebreitet haben und natürlich auch in die Tiefe.

Bei Flachwurzlern, wie der Schwertlilie, benötigt man nur ein scharfes Messer um den sogenannten Horst zu teilen. Danach ein bis zwei Tage liegen lassen, damit die Schnittstelle etwas abtrocknen kann. Dies verhindert, dass schädliche Bakterien oder Keime dort in die Pflanze gelangen und sie damit zerstören können.

Bei Tiefwurzlern, wozu auch die Pfingstrose gehört, benötigt man schon Kraft und den Spaten, damit der Wurzelstock geteilt werden kann. Auch hier ist es gut, wenn man die Schnittstellen etwas abtrocknen lässt. Danach werden die Pflanzen am neuen Standort eingesetzt. Allerdings sollte man nur mäßig wässern, damit die Wurzel nicht durch zu viel Nässe der Fäulnis preis gegeben wird.

Neue Pflanzen setzen

Im Herbst kauft man sich auch neue Stauden oder bekommt sie von Gartennachbarn geschenkt. Gekaufte Pflanzen sind meist im Topf und können sofort eingepflanzt werden. Dabei wird der Wurzelballen aus dem Topf entnommen und in das Pflanzloch gesetzt. Die Erdoberfläche vom Beet sollte mit der Erdoberfläche vom Wurzelballen abschließen.
Bei Stauden, welche man geschenkt bekam, gilt wieder, dass man die Schnittstelle abtrocknen lässt. Danach können sie wie oben beschrieben eingepflanzt werden. Nun gilt es noch vor dem Winter das Grün von den Pflanzen zu entfernen. Vor extremen Frost kann man die Pflanzen noch mit Zweigen schützen, welche einfach darüber gelegt werden. Darüber noch eine Schicht Laub und die Pflanzen werden den Winter gut überstehen. Auf das Anhäufeln von Erde sollte man dabei verzichten.

Ein Ratschlag zum Schluss

Pflanzen, welche aus privatem Besitz stammen, wachsen oftmals besser im eigenen Garten, als gekaufte Waren. Und viele Kleingärtner freuen sich einfach darüber, wenn man um ein Stück von einer Staude bittet und sind auch gerne zu Tauschgeschäften bereit. Das spart nicht nur Geld, sondern fördert auch die Nachbarschaft.

Dienstag, 3. Oktober 2017

Wie bringt man Geranien über den Winter?

Bildrechte: Sabine Wolfram, Plauen
Die Blütenpracht des Sommers ist vorbei und die Balkonpflanzen sollten auf den Winter vorbereitet werden.
Geranien, in manchen Gegenden auch Perlagonien genannt,  werden meist für die Bepflanzung der Balkonkästen genutzt. Viele Balkongärtner entsorgen die Pflanzen im Herbst, weil sie nicht wissen, dass man die Geranien auch mehrere Jahre pflegen kann. Dazu benötigen die Pflanzen aber auch eine entsprechende Winterruhe. Dazu sollte man die Geranien rechtzeitig vor den ersten Nachtfrösten ins Haus bringen und die Ruhephase vorbereiten. Für die Winterruhe gibt es mehrere Varianten. In diesem Artikel werden drei Möglichkeiten erklärt. Wichtig ist dabei immer ein Keller, welcher belüftet werden kann, aber auch frostfrei ist.

Geranien stutzen
Bei der ersten Variante werden die Geranien schon im Herbst gestutzt. Dabei lässt man nur etwa zehn Zentimeter über der Erde stehen. Alle anderen Pflanzenteile werden abgeschnitten und auf dem Kompost oder in der Biotonne entsorgt. Danach kann der Balkonkasten in den Keller gestellt werden. Dort sollte man ab und an ein wenig Wasser an die Pflanzen geben. Dabei werden auch gleich welke Blätter von den Geranien entfernt. Zu viel Wasser und Staunässe muss dabei vermieden werden. Denn sonst würden die Pflanzen anfangen zu faulen.

Geranien ausputzen und Blüten entfernen


Die Geranien müssen im Herbst nicht unbedingt gestutzt werden. Es reicht auch, wenn man alle Blüten und auch neue Knospen entfernt. Sobald die Pflanzen entsprechend ausgeputzt worden sind, kann man den Balkonkasten in den Keller bringen. Auch hier gilt, dass die Pflanzen gelegentlich Wasser brauchen. Und natürlich müssen die welken Pflanzenteile regelmäßig entfernt werden. Da man die Pflanzen fast vollständig zur Winterruhe gebracht hat, muss man öfter nachschauen, ob Blätter verwelkt sind. Über den Winter werden die Geranien dann immer kahler, was aber ein normaler Werdegang ist.

Bei diesen beiden Varianten bleiben die Pflanzen immer im Balkonkasten, so dass man bei der Vorbereitung recht wenig Arbeit hat. Dafür muss man sich den ganzen Winter über ein wenig um die Pflanzen kümmern. Was bei der dritten Möglichkeit komplett entfällt.

Pflanzen kopfüber aufhängen

Wer keinen Platz hat die Balkonkästen mit den Pflanzen über den Winter zu bringen, kann die Geranien auch aufhängen. Dafür werden die Pflanzen aus den Balkonkästen genommen und von der Erde und welken Blättern befreit. Nun bindet man mehrere Pflanzen an den Wurzeln zusammen um sie dann in den Keller zu hängen. Die welken Pflanzenteile werden hier aber nicht entfernt und natürlich muss man nicht gießen. Auch wenn die Pflanzen dadurch eher aussehen, als wenn sie bereits komplett abgestorben wären, treiben sie wieder aus, sobald sie in Erde gesetzt und regelmäßig gegossen werden.


Das nächste Frühjahr

Natürlich müssen die Geranien nach dem Winter auch wieder auf das neue Balkonjahr vorbereitet werden. Bei den Balkonkästen wird die Erde ausgetauscht und danach ein heller Standort gesucht. Die Pflanzen, die hängend der Winter verbracht haben, werden wieder eingepflanzt und hell gestellt. Nach draußen können die Balkonkästen, wenn es tagsüber frostfrei ist. Abends werden sie wieder nach drinnen genommen. Erst im Mai, wenn die letzten Nachtfröste vorbei sind, können die Balkonkästen dauerhaft draußen bleiben.

Sonntag, 17. September 2017

Wie pimpe ich weiße Stoffschuhe auf?

Heute mal ein Gastbeitrag. Meine Tochter, Carolin Michalski, hat sich ihre weißen Stoffturnschuhe vorgenommen, welche leider nicht mehr ganz so weiß waren.

Im Frühjahr habe ich mir preiswerte, weiße Stoffschuhe gekauft. Trotz guter Behandlung der Schuhe blieben sie nicht weiß und ein Besuch der Waschmaschine hätten sie wahrscheinlich nicht überlebt. Deswegen überlegte ich mir meine Schuhe zu verändern und machte das daraus. 
Bildqelle: Carolin Michalski

Was man alles benötigt:
 
  • weiße Stoffschuhe
  • mehrere verschiedenfarbige Filzstifte
  • Wasser
  • Küchentücher (Kücherolle)
  • Handtuch
  • weißer Edding

Die Anleitung zum Schuhe pimpen

Zuerst habe ich aus meinen weißen Schuhen die Schnürsenkel raus gemacht. Nachdem ich das gemacht hatte, habe ich mir verschiedenfarbige Filzstifte ausgesucht und von hell zu dunkel sortiert. Mit diesen Filzstiften habe ich die Schuhe an einigen Stellen angemalt. Meist habe ich Rechtecke und Quadrate gemalt. Diese malte ich in unterschiedlichen Größen auf die Schuhe. Nach der ersten Farbe haben ich dann die nächste genommen und habe solange mit den verschiedenen Stiften gemalt bis auf den Schuhen nichts mehr weiß war. 

Nachdem die Schuhe dann komplett bemalt waren, habe ich mir ein Glas mit Wasser geholt. Die Temperatur des Wassers ist egal. Unter die Schuhe kam das Handtuch, um weder Tisch oder Fußboden einzufärben. Als nächsten Schritt habe ich ein Küchentuch in das Wasser gehalten. Ich habe es ein bisschen abtropfen lassen und tupfte das nasse Küchentuch auf die angemalten Schuhe. Das habe ich so lange gemacht, bis die Farben auf den Schuhen miteinander verlaufen sind. Als es mir dann gefallen hatte, ließ ich die Schuhe eine halbe Stunde stehen, das sie ein bisschen antrocknen konnten. Nach der Wartezeit habe ich mit einem weißen Edding genommen und viele, weiße, kleine Punkte auf die Schuhe gemacht. An manchen Stellen wurden die Punkte auch etwas größer. Als ich damit fertig war, ließ ich die Schuhe zwei Tage trockenen und habe nun coole gepimpte Schuhe, die auch noch Unikate sind.

Mittwoch, 6. September 2017

Stolpersteine in Plauen gegen das Vergessen

In 15 europräischen Ländern gibt es über 40.000 Stolpersteine. Auch in Plauen im Vogtland sollen 18 dieser kleinen Gedenktafeln an die Opfer des dritten Reiches erinnern.

Bereits 1990 befasste sich der Künstler Gunter Demning mit der künstlerischen Umsetzung einer Erinnerung an Deportation, Verfolgung und auch Suizid im Nationalsozialismus. Der 50. Jahrestag der Deportation von 1.000 Roma und Sinti war in diesem Jahr der Anlass sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Die Stolpersteine verbreiteten sich danach in ganz Europa und da man sich zum Lesen oft bücken muss, wird damit eine Verbeugung vor den Opfern dieser Zeit symbolisiert. Auch in Plauen wurden 2009 und 2011 im Stadtgebiet 18 dieser Steine gesetzt, die zwar Stolpersteine heißen, aber den Fußgänger kein echtes Hindernis bieten.

Die Kantenlänge der Stolpersteine ist genormt und beträgt 96 x 96 Millimeter. 100 Millimeter sind sie hoch und fügen sich samt ihrer Gedenktafel aus Messing in das Pflaster ein. Sie wirken recht unscheinbar und man entdeckt sie nur, wenn man auch nach unten schaut. Stolpern kann man an diesen Steinen nicht, da sie nicht heraus ragen. Da sie oft direkt in den Stadtzentren zu finden sind, wirkt die Aussage vieler Zeitzeugen unglaubwürdig, dass sie nichts bemerkt haben. Denn wenn direkt in der Nachbarschaft Verfolgung, Deportation und auch Gewalt statt findet, muss man davon mitbekommen haben. Doch dieser Artikel soll nicht darüber richten, ob und wer etwas gemerkt haben muss, sondern soll die 18 Stolpersteine der Stadt Plauen vorstellen.

Bildquelle: Sabine Wolfram, Plauen
Zum 75. Todestag von Wilhelm Selowsky

Um an die Opfer des dritten Reiches zu erinnern, sollte man sich kein bestimmtes Datum wählen. Doch heute jährt sich der Todestag von Wilhelm Selowsky zum 75. Mal. Aus diesem Anlass sollen die Stolpersteine von Plauen vorgestellt werden.

Der Inhaber des Damenmodegeschäftes Knespel und Rabe wohnte in der Bahnhofstraße 16. Mit 50 weiteren jüdischen Männern wurde Selowsky nach der Progromnacht nach Buchenwald verbracht. Man wollte die gefangenen erpressen, damit sie ihren Besitz aufgeben und auswandern. Fünf Tage nach seiner Enlassung aus Buchenwald wählte der Geschäftsmann am 06. Dezember 1938 den Freitod, um weiteren Demütigungen durch das Naziregime zu entgehen.

Das erste jüdische Opfer von Plauen - Julius Brandeis


Den Gedenkstein für den angesehenen Kaufmann, der sein Geld als Kommisionär für Weißwaren im internationalen Handel verdiente, findet man an der Scholtzestraße 13. Am 20. März 1933 wurde er Abends zu Hause abgeholt, um nach Saalburg gebracht zu werden. Die thüringische Stadt erreichte er nie, sondern wurde auf dem Weg dorthin schwer misshandelt und erschossen. Seine Leiche fand am im Straßengraben zwischen Saalburg und Pöritzsch. Dieser Mord von höchsten Kreisen befohlen und der Vollzug an NSDAP-Kreisleiter Hitzler persönlich gemeldet.

Karl, Sally und Lucie Wolfsberg - Drei Stolpersteine an der Weststraße 49

Sally Wolfsberg war Gardinenfabrikant in Plauen und setzte sich für die Turnbewegung ein. Ab 1933 bekamen sie wegen ihrer Zugehörigkeit zu Israelitischen Religionsgemeinde die ersten Schwierigkeiten in ihrem Geschäft. Als Vorsitzender der jüdischen Gemeinde war Karl Wolfsberg nach der Progromnacht gezwungen das Grundstück zu verkaufen, auf welchem sich die Synagoge befunden hatte. Anfang Februar 1942 wurde er nach Sachsenhausen verbracht und verstarb dort im selben Jahr am 02. Oktober. Seine Frau Helene und der Sohn Peter wurden nach Belzyce bei Lublin ins Getto verschickt. Von ihnen gibt es keine Nachweise was nach der Deportation mit ihnen passierte. Vermutlich sind sie 1943 nach der Auflösung des Gettos in einem Vernichtungslager umgebracht worden. Der Wolfsbergweg im Plauener Stadtpark ist nach dieser Familie benannt worden.

Martin, Irma und Eva Herzfeld - Gustav-Adolf-Straße 37

Vier Geschwister der Familie Herzfeld lebten im Vogtland. Etwa die Häfte dieser recht großen Familie fiel dem Naziregime zum Opfer. Durch Flucht gelang es den meisten anderen Herzfelds zu überleben. Ein Geschäft für Lederwaren betrieben Martin und Irma Herzfeld, was sie bald aufgeben mussten. Selbst ihre Wohnung wurde ihnen genommen und sie mussten in eines der Plauener Gettohäuser ziehen. Mit anderen jüdischen Familien wurden sie in der Karlstraße 10 zusammen gepfercht. Am 08. September 1942 wurden sie nach Theresienstadt deportiert. Ein knappes Jahr später, am 26. Mai 1943 verstarb dort Martin Herzfeld. Seine Frau Irma und die 21-jährige Tochter Eva wurden nach Auschwitz verbracht und dort ermordet.

Hugo Engländer - Karlstraße 41

Vom Gardinenhändler Hugo Engländer ist nur sehr wenig bekannt. Er musste Anfang 1940 in das Gettohaus der Karlstraße 41 ziehen. Bereits ein Jahr später war die Deportation nach Auschwitz und wirde am 10. Dezember 1942 dort ermordet. Sein Todestag jährt sich zum 71. Mal.

Bildquelle: Sabine Wolfram, Plauen
Selma Simon - Oberer Steinweg 1

Selma Simon führte ein Geschäft für Damen und Herrengarderobe am Oberen Steinweg 2. Ihr Sohn, der bekannte Plauener Rechtsanwalt, Dr. jur. Walter Simon führte zusammen mit Isidor Goldberg mehrere Prozesse gegen bekannte Nazigrößen. In den 1940er Jahren musste die Geschäftsfrau in die Rädelstraße 24 ziehen. Auch dort befand sich ein Gettohaus wo jüdische Mitbürger auf engstem Raum zusammen leben mussten. Später wie man ihr das Hinterhaus der Albertstraße 18 zu, um von dort aus 1944 in das Konzentrationslager Theresienstadt verbracht zu werden. Genaue Daten über ihren Todestag gibt es nicht. Man vermutet den Mai 1945.

Getrud Goldberg geborene Präger - Karlstraße 10

In der Karlstraße 10 stand bis zu den Bombenangriffen 1945 das Haus von Familie Gassenheimer. Die Gestapo funktionierte es zum Judenhaus (auch Gettohaus um), damit man dort die Juden aus Plauen und Südsachsen besser überwachen konnte. Auch Getrud Goldberg musste dort mit ihren betagten Eltern Julie und David Präger einziehen. Ihrem Mann, der jüngere Bruder von Isidor Goldberg war die Flucht nach Südfrankreich gelungen. Das Nachkommen der Frau und ihren Eltern scheiterte an den finanziellen Möglichkeiten. Zudem wollte Getrud ihre mittlerweile staatenlosen Eltern auch nicht allein lassen. Die Tochter Marion konnte mit einem Kindertransport nach England gerettet werden und wuchs dort bei Pflegeeltern auf.
Getrud Goldberg war gelernte Kindergärtnerin und führte die Büroarbeiten der jüdischen Gemeinde bis zu deren Liquidierung. 1942 kamen alle Bewohner der Karlstraße 10 nach Belzyce bei Lublin und wurde später für tot erklärt. Als Todestag wurde der 30. Juni 1942 angenommen.

Seimel, Perla, Marie und Ruth Goldberg - Vier Stolpersteine an der Neundorfer Straße 16

Auch von dieser Plauener Familie ist nicht viel bekannt. Seimel Goldberg war Geschäftsinhaber mit einem Laden für Arbeiterkleidung. Dieses Geschäft befand sich in der Neundorfer Straße Ecke Theaterstraße. Sie galten in Plauen als sozial engagiert. Bereits 1938 konnte die Familie dank einer Warnung noch vor der Progromnacht nach Frankreich fliehen. Allerdings fielen dort Perla und ihre Töchter Marie und Ruth der deutschen Okkupation zum Opfer und wurden nach Auschwitz deportiert und ermordet. Über das Schicksal von Seimel Goldberg ist nichs bekannt. Er gilt als verschollen. Das Wenige, was man über die Goldbergs aus der Neundorfer Straße weiß verdankt man der Recherche von Beate und Serge Klarsfeld.

Rudolf Hallmeyer - Paul-Schneider-Straße 8

Hallmeyer, geboren am 03. Februar 1908 in Plauen, war Klempnerund vertrat als jüngster Abgeordneter 1932 die KPD im Stadtparlament von Plauen. Schon am dem folgenden Jahr lebte Hallmeyer im Untergrund und organisierte von dort den Widerstand gegen das Naziregime. Zwei Jahre später, am 24. August 1940, wurde er verhaftet und drei Jahre in Einzelhaft den Verhören und Folterungen durch die Nazis ausgesetzt. Am 05. August 1943 wurde Hallmeyer vom sogenannten Volksgerichtshof zum Tode verurteilt, was am 07. September in Berlin vollstreckt wurde.

Eugen Fritsch - Sein Stolperstein am Haus Nr. 5 in der nach ihm benannten Straße


Fritsch wurde 1884 in Mülsen-St. Jakob geboren. Er war in der Region ein bekannter Vertreter der Arbeiterbewegung und war in Plauen Vorsitzender der SPD, Stadtverordneter und Redakteur der Volkszeitung. Sein mutiges Auftreten zog den Hass des späteren Gauleiters Mutschmann auf sich. Bereits 1933 wurde er verhaftet und im Konzentrationslager Hohnstein zu Tode gefoltert.

Walter Hedler - Theumaer Straße 8


Am 24. März 1912 wurde Hedler in Plauen geboren. Mit 21 Jahren, 1933, trat er der KPD bei, die da schon verboten war. Ab 1934 gehörte Hedler zur illegalen Regionallleitung in Plauen. Er kümmerte sich vorrangig um das Einschmuggeln von Antifaschistischer Literatur. Außerdem war beim Druck der Bezirkszeitung in Stöcktigt beteiligt. Ein geheimes Treffen am 04. Mai 1935 in Dresden wurde durch einen Gestapo-Spitzel verraten. Auf der Flucht wurde Walter Hedler erschossen.

Recherchequellen

Freie Presse vom 16.06.2011 Regionalteil Plauen
Zur Geschichte der Israeltischen Religionsgemeinde Plauen, Vogtlandmuseum Plauen Heft 57
Der Jüdische Friedhof Plauen von Waltraud Schmidt
Historikus Vogtland Heft 6/2008, 5/2009, 5/2009



Buchempfehlungen zu Plauen


Plauen in historischen Bildern


Montag, 14. August 2017

Der Kemmlerturm am Stadtrand von Plauen

Kemmlerturm - Bildrechte: Sabine Wolfram, Plauen
Die Bismarcksäule über den Dächern von Plauen ist unter dem Namen Kemmlerturm besser bekannt. Kemmler heißt die Anhöhe, auf welcher dieser Aussichtsturm 1902 errichtet wurde. Noch heute, mehr als einhundert Jahre später, ist die Bismarcksäule ein beliebtes Ausflugsziel. Denn bei schönem Wetter kann man weit über die Stadtgrenzen von Plauen hinaus schauen. Doch leider nagte auch hier der Zahn der Zeit.

Geschichte der Bismarcksäule

Dort wo heute die Bismarcksäule steht, wurde bereits im Jahr 1883 der alte Kemmlerturm errichtet. Dieser war von der Bergschlossgesellschaft errichtet worden und musste dem neuen Bauwerk weichen. Den Bau der Bismarcksäule regte die Ortsgruppe Plauen des Alldeutschen Verbandes im Jahr 1899 an. Im März wurde dazu eine Anzeige im Vogtländischen Anzeiger veröffentlicht. Schon im Mai des selben Jahres bildete man den Bismarckturm-Ausschuss, um den Bau vorran zu treiben. Die Kosten für den Bau wurden ausschließlich über Spenden finanziert.

Um einen geeigneten Bauplatz zu finden wurden mehrere Bergkuppen im Vogtland begutachtet. Als die Wahl auf den Kemmler gefallen war, wurde der Bauplatz von der Stadt Plauen kostenlos zur Verfügung gestellt. Bereits 1899 hatte der Architekt Wilhelm Kreis mit seinem Entwurf "Götterdämmerung" den 1. Preis der deutschen Studentenschaft gewonnen. Diesen Entwurf wollte man nun in ein reales Bauwerk umsetzen. Die Arbeiten wurden an den Plauener Baumeister Max Buchmann vergeben, welcher auch nur mit Baumaterial aus dem Vogtland die Bismarcksäule errichtete. So kommt der Granit des Außenmantels aus Schreiersgrün bei Treuen und das Fruchtschiefer der inneren Mauer aus Theuma und Tirpersdorf. Auch das Gestein des alten Kemmlerturmes wurde teilweile wieder mit verbaut. Von der Grundsteinlegung am 01. April 1902 bis hin zur Einweihung am 31. August des selben Jahres waren nur fünf Monate Bauzeit vergangen.

Reparaturen und Veränderungen

Im Laufe der Jahre und durch die Einflüsse des Wetters entstanden natürlich auch Schäden an dem Bauwerk. In 1960er Jahren konnten diese allerdings nur provisorisch behoben werden. Anfang der 1970er Jahre entfernte man auf dem Dach die Feuerschale. Dafür wurde ein Schutzdach angebracht mit einem Antennenmast der Deutschen Post. Diese bliebt trotz weiterer Veränderungen am Dach in den folgenden Jahren bis 1995 montiert.

Die erste große Sanierung sollte dann ab 1994 beginnen. Allerdings waren Kosten von etwa 450.000 Euro kalkuliert worden, welche nicht abgedeckt werden konnten. Also wurden für etwa 17.500 Euro nur Notsanierungen durchgeführt. Dabei wurden Stahlbänder an den Turm angebracht um ihn zu stabilisieren. Drei Jahre vor dem 100. Jahrestag wurde das Sanierungskonzept nochmals überarbeitet, was durch den hohen Eigenanteil der Stadt scheiterte, da diese den Betrag nicht erbringen konnten. Trotz aller Widrigkeiten wurde für die Jubiläumsveranstaltung das Umfeld des Turmes aufgewertet. Der Weg wurde neu beschottert und der umliegende Wald gesäubert. Die Stadt Plauen veröffentlichte auch eine Broschüre über den Turm.

Zahlen und Fakten


Höhe Kemmlerberg: 507 Meter
Höhe Turm: 18,25 Meter
Kosten: 31.000 Mark (1902)
Grundsteinlegung: 01.04.1902
Einweihung: 31.08.1902
Öffnungszeiten: Täglich ab 9.00 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit

Wie der Bismarckturm zu finden ist

Der Bismarckturm kann mit dem PKW angefahren werden. Dazu in Plauen auf der Bundesstraße 92 in Richtung Oelsnitz fahren. Die erste Einfahrt in den Ortsteil Oberlosa wählen und im Ort selbst nach links in Richtung Plauen halten. Nachdem die letzten Häuser passiert sind, befindet sich rechts der Bismarckturm. Am Waldrand ist genug Platz zum parken.
Natürlich kann man auch zu Fuß auf den Kemmler wandern. Dazu vom Stadtzentrum aus in Richtung Süden halten. Wenn man die Weiße Elster und die Hofer Straße überquert hat, geht es Berg auf in die Plauener Ostvorstadt entlang der Stöckigter Straße. Am Fußballplatz des 1. FC Wacker geht man von der Stöckigter Straße zur Alten Oelsnitzer Straße, welche direkt auf den Kemmler und damit zum Bismarckturm führt.

Eine Schule, ein Berg, ein Name


Neben dem Hausberg von Plauen, dem Kemmler, dessen Turm den Namen umgangssprachlich ja auch trägt, gibt es auch die Kemmler-Oberschule. Diese hat sich im Schuljahr 2014/2015 in einer Projektwoche ausgiebig mit dem Kemmler und dessen Geschichte beschäftigt. Einen kleinen Einblick hat man als Video veröffentlicht. Die Kemmler-Oberschule unterstützt die Spendenaktion der Stadt Plauen, damit die nötigen Sanierungsarbeiten nach und nach in Auftrag gegeben werden können. Sogar ein eigenes Lied zum Kemmler hat die Schule.



Montag, 24. Juli 2017

Wie pflegt man Geranien im Sommer?

Geranie mit verwelkten Blüten - by Sabine Wolfram, Plauen
Geranien, auch als Pelargonien bekannt, lieben die Sonne. Aber Sonne und Wasser allein reichen dabei nicht aus. Ein wenig Pflege und regelmäßiger Dünger lassen eine üppige Blütenpracht entstehen. Wobei man auch hängenden und stehenden Sorten unterscheidet. Blüten gibt es bei beiden Varienten gefüllt und ungefüllt. Auf den Fotos ist eine stehende Geranie mit ungefüllten Blüten zu sehen.



Wo gedeiht sie gut?

Geranien sind echte Sonnenanbeter. Also kann man sie an einem vollsonnigem Standort pflegen. Doch auch halbschattige Plätze wird diese Pflanze mit reichlich Blütenpracht belohnen, wenn man sie gut pflegt. Doch dauert es an halbschattigen Plätzen auch etwas länger bis sich die Blüten öffnen. Also doch lieber einen sonnigen Standort wählen, was zum Beispiel am Balkon oft leicht realisieren lässt.

Wasser und Dünger

Gießen sollte man die Pflanzen regelmäßig. Wer seine Geranie in einem Blumentopf hat, muss täglich gießen. Am besten wählt man dabei die Abendstunden, damit so wenig Wasser wie möglich über die Blätter abgegeben wird. Im Blumentopf einmal den Untersetzer mit Wasser füllen und was nach einer Stunde noch nicht aufgenommen wurde, wird wieder entfernt.

Im Blumenkasten ohne Wasserspeicher, kann man mit einem knappen Liter auf 60 cm Kastenlänge kalkulieren. Dabei bekommt jede Pflanze etwas und gießt nicht nur an einer Stelle. Je nach Sonneneinstrahlung sollte man alle zwei bis drei Tage gießen. Bei Blumenkästen mit Wasserspeicher füllt man einfach an der Ecke mit der Wasserstandsanzeige soviel auf, bis das Optimum erreicht ist. Sobald angezeigt wird, dass der Wasserstand wieder am Minimum ist, sollte man auffüllen. Besonders gut ist weiches Wasser oder, wer die Möglichkeit hat, sollte mit Regenwasser gießen.

Dünger sollte man mindestens alle zwei Wochen ins Gießwasser geben. Dabei hat sich flüssiger Geraniendünger bewährt, da er sich einfach dosieren lässt. Die Angaben sollte man dabei einhalten, da sonst die Pflanzen schaden nehmen. Lieber etwas weniger dosieren, als überdüngen.

Nachdem verwelkte Blüten entfernt wurden - by Sabine Wolfram, Plauen
Abgeblühtes und welke Blätter

Hier kann man fast täglich seine Pflanzen genauer ansehen. Wobei man mit hängenden Geranien den Vorteil hat, dass man die gesamte Blütendolde entfernen kann, sobald die einzelnen Blüten verwelkt sind. Bei stehenden Sorten, wie auf dem Foto, gehen die Blüten nach und nach auf. Daher brauchen diese Sorten mehr Pflege, weil man hier die einzelnen verwelkten Blüten entfernen sollte. Wird das nicht gemacht, investiert die Pflanze zu viel Kraft in die Bildung von Samen und die Blütenfülle lässt nach. Auch welche Blätter sollte man regelmäßig entfernen, da diese Fäulnis und Schimmel mit sich bringen können.
Wer sich intensiver mit Geranien befassen möchte, der ist mit einem entsprechenden Fachbuch gut beraten. In Geranien und Pelargonien - Tipps für eine üppige Blütenpracht werden über 100 Sorten davon vorgestellt.

Dienstag, 18. Juli 2017

Der Umzug beginnt

Nein, nicht in eine neue Wohnung. Denn das haben wir letztes Jahr schon hinter uns gebracht. Allerdings werden meine Artikel nach und nach von Pagewizz auf meine Blogs umziehen. Denn die Bilanz meiner letzten Analysen ist mehr als ernüchternd. Hatten wir zwar im Herbst letzten Jahres die Betreiber noch dazu bewegen können, dass man für die eigene Fanpage bei Facebook noch Autoren als Admins einsetzt, damit dort mehr Artikel beworben werden können, sind die Ergebnisse nur noch Tränen wert.

Damit man besser vergleichen kann, habe ich den jeweils die ersten sechs Monate von 2016 und 2017 verglichen. Zur Erinnerung, 2016 haben wir die Werbung auf Facebook und teilweise Google+ noch nicht betrieben und für den selben Zeitraum 2017 gibt es täglich viele Artikel, die wir über die sozialen Netzwerke der breiten Masse vorstellen.


Doch nun mal die nackten Zahlen:
 

80 Besucher weniger, obwohl mehr Artikel vorhanden sind. Die besuchte Werbung hat sich halbiert und der Verdienst dazu ist gleich um 75% gefallen. Wenn ich dann die Zahlen für die Seiten sehe, die ich gar nicht bewerbe, kann man nur zu dem Schluss kommen, dass man die eigenen Artikel umzieht.

Dies wird nicht von heute auf morgen geschehen, sondern Schritt für Schritt. Aber dafür wird dieser Blog hier wachsen, eine Themenvielfalt bieten und hoffentlich vielen Lesern gefallen. Damit Sie als Leser auch schnell die Artikel zu dem Thema finden, welche interessant für Sie sind, wird es auch bei den Seiten eine Navigation geben. So können Sie durch einen Klick zum Beispiel in Zukunft alle Artikel zum Thema Pflanzen oder Ausflugstipps im Vogtland finden.